Gedichte
Startseite -> Erhard Schümmelfeder -> Erhard Schümmelfeder - WEGBESCHREIBUNG Gedicht
Dieses Gedicht per Email verschicken Ich bin keinesfalls ein Geizkragen,
wie manche Leute von mir sagen.
Ich leihe gerne und auch reichlich.
Das ist für mich selbstverständlich.
Allen, die von Geldnot betroffen,
steht mein Haus auch sonntags offen.
Wer mich sucht,
wird mich finden.
Meine Heimatstadt heißt B.
Man erreicht sie über W.
an der neuen Autobahn.
Aber da kann man sich leicht verfahrn.
Ist man in der Stadt,
biegt man gleich links ab.
Dann bis zur Ampelanlage
und sofort wieder links rein.
Bis hierher: Keine Frage.
Nächste Kreuzung rechts rum.
Das ist ne Abkürzung.
Beim Kreisel biegt man wieder links ein.
Man kann auch rechts fahren
oder geradeaus ins Zentrum rein.
Nach der nächsten Ampel
die dritte Straße rechts
auf keinen Fall befahren,
denn dort lauern Gefahren.
Die vierte Abzweigung
wäre eine gute Lösung,
aber wegen der Umleitung
- Vorsicht Baustelle!-
erwartet einen die Hölle.
Also nimmt man die 5. Straße
und biegt dort links ab,
fährt aber sofort wieder rechts
in den Kreisverkehr,
das ist nicht weiter schwer.
Schwer wird es in der Ruhezone,
denn die ist nicht ohne.
Am Ende der Gasse steht links
so ein – ein – ein Dings.
Dort fädelt man sich ein
in den Feierabendverkehr –
Beziehungsweise: Nein, nein –
Das wäre doch zu schwer.
Also: Kommando zurück.
Man kann mit etwas Glück
auch durch die Kastanienallee –
ach ne –
Das ist ne Sackgasse.
Gott, wie ich die hasse!
Noch mal: Man fährt wieder links,
nicht rechts in die Einöde,
das wäre doch zu blöde.
Einfach geradeaus zum Ortsende,
wo man den Wagen wende.
Dann geht’s zum Stadtinnern,
wie wir uns jetzt erinnern.
Schnurstracks bis zum ZOB
und weiter im Galopp.
Erste Ampel links, dann rechts,
Kreisverkehr,
wieder links,
und sofort rechts:
Sonnenscheinstraße.
Dort steht ein Haus, hellgelb.
Das ist es nicht.
Mein Haus steht daneben.
Dunkelgelb. Nummer Sieben.
Langer Rede kurzer Sinn:
Man kommt wirklich ganz leicht hin.
Dabei fällt mir ein:
Mit Navigationssystem
wäre die Suche kein Problem
und auch sehr bequem ...
Aber wer ein solches besitzt,
ist, wie mir scheint, auch recht gewitzt.
ER könnte es samt Auto
gewinnbringend verkaufen,
müsste nicht fahren, nicht laufen,
bräuchte nicht bei mir betteln
und sich unnötig verzetteln.
ER könnte mir sogar was Leihen.
Das wäre zu schön – und zum Schreien.

Gedichte auf Ihrer Homepage einbinden

Sie haben eine eigene Webseite? Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf unseren völlig kostenlosen Gedichte-Service.

Dieses Gedicht per Email versenden

Ihr Name
Ihre E-Mail
Name des Empfängers
E-Mail des Empfängers
Ihr Kommentar (optional)



Nutzungsbedingungen: Ich bin mir bewusst, dass es nicht erlaubt ist, über diesen Service Werbung oder sonstige Nachrichten zu versenden, die vom Empfänger nicht gewünscht werden.
Ich übernehme die volle Verantwortung für die versandte Email und akzeptiere, dass meine IP-Adresse (38.107.179.230) und der exakte Zeitpunkt des Versands gespeichert wird, um eventuellen Missbrauch zu verfolgen.
Ihr persönlicher Kommentar wird nicht gespeichert.

Gedichte nach Autoren
Gedichte nach Themen
Suche im Gedichte-Archiv

Startseite
Gedichte für Ihre Homepage
Einstellen
Impressum
Wenn Sie diese Seite verlinken möchten, benutzen Sie einfach den folgenden Link:
http://1000-Gedichte.de/377/WEGBESCHREIBUNG.html
05.02.2012, 14:02 Uhr