Weiße Unschuld liegt nun überm Land –wie trügerisch im Grunde das herrliche Reinheitsband!
Unter weißem Flockenwirbel findet alles Ruh’-
deck’ ich mit Illusion nicht auch so manche Wahrheit zu?
Erträum’ ich mir nicht ab und an die Welt,
nicht wie sie ist – nein, wie sie mir gefällt?
Wie oft erreicht mich ein gutes Wort
und lässt mich meinen, das wäre ein bleibender Hort.
Wie oft verbinde ich damit Freude, Hoffnung und Mut –
wie oft bleibt die Angst, wie um ein kostbares Gut.
Wie Zuckerwatte glänzt auf dem kahlen Geäst die weiße Pracht
und lässt verführerisch erahnen jeder Traumwelt Macht.
Die Welt kann sich dem weißen Märchen nicht entziehen,
wie ich nicht, kann dem Zauber meiner Träumerei entfliehen.
Jahrbuch 2010© Thomas de Vachroi
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