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Startseite -> Andreas Gryphius -> Andreas Gryphius - Abend Gedicht
Dieses Gedicht per Email verschicken Der schnelle Tag ist hin / die Nacht schwingt ihre Fahn /
Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen Feld und Werck / wo Thir und Vögel waren
Traurt itzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit verthan!
Der Port naht mehr und mehr sich zu der Glider Kahn.
Gleich wie diß Licht verfil / so wird in wenig Jahren
Ich / du / und was man hat / und was man siht / hinfahren.
Diß Leben kommt mir vor als eine Renne-Bahn.
Lass hoechster Gott / mich doch nicht auff dem Lauffplatz gleiten /
Lass mich nicht Acht / nicht Pracht / nicht Lust nicht Angst verleiten!
Dein ewig-heller Glantz sey vor und neben mir /
Lass / wenn der müde Leib entschläfft / die Seele wachen
Und wenn der letzte Tag wird mit mir Abend machen /
So reiß mich aus dem Thal der Finsternüss zu dir.

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21.05.2012, 23:43 Uhr